Unsere Nieren sind echte Hochleistungsorgane. Während wir unseren Kaffee trinken oder schlafen, filtern sie unermüdlich etwa 1.800 Liter Blut pro Tag. Doch was passiert, wenn diese körpereigene Kläranlage an Leistung verliert? Eine Niereninsuffizienz (Nierenschwäche) schleicht sich oft leise an.
In diesem Beitrag erfährst du, wie du die Warnsignale erkennst und wie man heute mit dieser Diagnose umgeht.
Was genau ist Niereninsuffizienz?
Man unterscheidet grundsätzlich zwei Formen:
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Akutes Nierenversagen: Tritt plötzlich auf (z. B. durch schwere Infektionen oder Flüssigkeitsmangel) und ist oft heilbar.
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Chronische Niereninsuffizienz: Ein schleichender Prozess, bei dem das Nierengewebe über Monate oder Jahre hinweg dauerhaft geschädigt wird.
Warum sind die Nieren so wichtig?
Sie regulieren nicht nur unseren Wasserhaushalt, sondern sind auch für die Blutdruckregulation, die Blutbildung und den Knochenstoffwechsel zuständig. Wenn sie streiken, gerät der gesamte Körper aus dem Gleichgewicht.
Die „stillen“ Symptome: Worauf sollte man achten?
Das Tückische: Die Niere leidet leise. Schmerzen treten meist erst auf, wenn es fast zu spät ist. Dennoch gibt es Warnsignale:
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Wassereinlagerungen (Ödeme): Geschwollene Augenlider am Morgen oder dicke Knöchel am Abend.
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Veränderter Urin: Sehr dunkler Urin, Schaumbildung (Proteinverlust) oder auffällig häufiges Wasserlassen in der Nacht.
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Müdigkeit & Konzentrationsschwäche: Giftstoffe im Blut wirken wie eine ständige „innere Bremse“.
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Juckreiz: Wenn Abfallprodukte nicht mehr ausgeschieden werden können, lagern sie sich in der Haut ab.
Die Hauptursachen: Wer ist gefährdet?
In der westlichen Welt sind zwei Faktoren für fast 60 % aller chronischen Nierenerkrankungen verantwortlich:
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Diabetes mellitus: Hoher Blutzucker schädigt die feinen Gefäßknäuel (Glomeruli) der Niere.
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Bluthochdruck: Er setzt die Filteranlagen unter zu hohen mechanischen Druck.
3 Säulen der Therapie: Was man tun kann
Die gute Nachricht: Eine frühzeitig erkannte Nierenschwäche lässt sich oft über Jahrzehnte stabilisieren.
LebensstilSalzarm essen, ausreichend (aber nicht übermäßig) trinken und auf das Rauchen verzichten.
MedikamenteEinstellung von Blutdruck und Blutzucker sowie Schutz der Nierenfilter (z.B. durch ACE-Hemmer oder SGLT2-Inhibitoren).
VorsorgeRegelmäßige Check-ups beim Hausarzt (Urintest auf Albumin und Bluttest auf Kreatinin).
Wissen ist Schutz
Eine Niereninsuffizienz bedeutet heute nicht mehr automatisch den sofortigen Weg zur Dialyse. Dank moderner Medizin und einer bewussten Ernährung lässt sich die Nierenfunktion oft sehr lange erhalten. Der wichtigste Schritt ist die Früherkennung.
Ein kleiner Tipp: Frag bei deiner nächsten Blutuntersuchung gezielt nach deinem eGFR-Wert (die Filtrationsrate der Nieren). Er gibt dir eine klare Antwort darauf, wie fit deine Filter wirklich sind.